Über mich, Der Künstler

Bojan Basson – Visual Acoustic Lab

Was passiert, wenn akustisches Denken visuell wird?

Eine moderne Figur wie ein Cello steht da auf zwei roten Stöckelschuhen, die zur Seite zeigen. Oben hat die Figur zwei Augen aus einem Ölbild. Es gehen drei Figuren hinein wie in eine Türe, darunter eine linierte Treppe.
Ein Flugzeug wirft einen Klavierflügel ab. (Exemplarisch für andere Ressourcen)

Diese Frage steht im Zentrum der Arbeit von Bojan Basson.

Bojan Basson`s Visual Acoustics Lab verwandelt Musikinstrumente in Protagonisten. Er nimmt sie aus ihrer vertrauten Umgebung, entzieht ihnen ihre ursprüngliche Funktion und gibt ihnen eine neue Identität. Geige, Cello, Klavier oder Trompete sind in seinen Bildern nicht länger bloße Objekte. Sie scheinen zu fühlen, zu kommunizieren, sich zu erinnern, sich zu sehnen oder aufzubrechen. Aus diesem Gedanken entstand das Visual Acoustic Lab – eine fortlaufende künstlerische Untersuchung zwischen Musik, Fotografie, digitaler Fotomontage, Design und surrealistischer Bildsprache.

Instrumente werden zu Persönlichkeiten

„Mich interessiert das Musikinstrument jenseits seiner Funktion. Was geschieht mit einem Cello, wenn niemand mehr auf ihm spielt? Was empfindet eine Trompete, wenn der Konzertsaal leer bleibt? Wohin könnte ein Instrument fliegen, wenn es plötzlich seine eigene Freiheit entdeckt? Aus solchen Fragen entstehen meine Bildwelten.“

Ein Cello mit Beinen, Füssen und knallroten Stöckelschuhen. Die Schuhe schauen nach rechts und links. Oben sind Augen auf einem Ölbild von Bojan Basson
Logo Bojan Basson. Da wurde ein Cellokörper mit schwarzer Außenlinie mit zwei Armen versehen. Diese berühren sich in der Mitte vor dem Cellokörper. Rote Stöckelschuhe schauen nach links, rechts. Zwei Bass-Schlüssel bilden ein Herz in der Mitte, dem Bauch. Darüber steht: Bojan Basson. Drunter: Visual Acoustics Lab.

In „Einsamkeit & Sehnsucht“ begegnen uns Instrumente an stillgelegten Bahngleisen, Flüssen oder verlassenen Orten. Die Stille wird zum Gegenpol des Klangs. In „Giganten der Lüfte“ verwandeln sich Instrumente in visionäre Flugobjekte. Sie stehen für Aufbruch, Freiheit, Mobilität und Modernität. Andere Arbeiten erzählen von Begegnungen und Romanzen zwischen Instrumenten. Wieder andere verbinden Musikinstrumente mit Architektur, surrealen Räumen oder ungewöhnlichen Naturphänomenen.

Geige in Alufolie verpackt und zwischen zwei Städten vor Zuggleise gestellt, ein Zug fährt gerade durch.
Löwenzahnfeld bei Tageslicht. Tuba angelehnt an Kontrabass fliegen beide verliebt darüber. Dahinter blauer Himmel, grünes Gebüsch.

Ein Cello kann zur Tür werden. Eine Wolke kann plötzlich ein Gesicht bekommen. Ein Instrument kann fliegen.

Biografischer Resonanzraum

Bassons künstlerische Perspektive ist eng mit einer frühen Sozialisation im Umfeld der europäischen Musik- und Kunstmoderne verbunden. Als Sohn einer konzertierenden Pianistin wuchs er mit internationalen Festivals, musikalischen Produktionen und Künstlerpersönlichkeiten auf.

Die Eröffnung eines Zentrum´s für die musische Avantgarde, angeschlossen an das Centre Pompidou in Paris im Jahr 1977 gehört zu den kulturellen Erfahrungen, die seinen Blick auf die Verbindung von Kunst, Architektur und Öffentlichkeit mitprägten. Seine Mutter spielte Structure I und II von Pierre Boulez, dem Generalmusikdirektor der neuen Institution. Eine besondere Verbindung zur europäischen Musikavantgarde entstand zudem durch den Komponisten und Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der mit Bassons Mutter zeitweise zusammenlebte und ihr mehrere Klavierkompositionen widmete.

Im Resonanzraum des Klavierflügels liegen als bildhafte Komposition farbige ffp2-Masken. Darunter ein Ölbild von Bojan Basson auf dem Boden, in dem dieser Resonanzraum übereinander gelegt verarbeitet wird.
Cello steht unter einer verzogenen Autobahnbrücke. Die Brücke geht über den Neckar bei Mannheim, hat aber künstlerische Schwünge auf dem Digitalfoto. Unten abstrakt grauer, weiter hinten violetter und vorne hellgrüner Boden. Dazwischen grau mit violetten Blättern.

Diese biografischen Erfahrungen sind nicht als illustrative Herkunftserzählung zu verstehen. Vielmehr bilden sie den kulturellen Resonanzraum, aus dem Bassons heutige Auseinandersetzung mit Raum, Rhythmus und musikalischer Identität hervorgeht.

Vom Kulturmanagement zur bildenden Kunst

Bassons beruflicher Weg führte ihn durch internationale und deutsche Kultur- und Wirtschaftsräume, unter anderem nach München, Zürich, London, Barcelona, Wien sowie in den Rhein-Neckar-Raum.

Zwischen 2015 und 2020 entwickelte er in Heidelberg literarische Salonformate, die Verlage, Schauspieler, Autor und politische Akteur miteinander in Kontakt brachten. Das Prinzip der kulturellen Vernetzung setzt sich in seiner bildnerischen Arbeit fort: Unterschiedliche Bedeutungsräume werden miteinander konfrontiert und erzeugen neue Assoziationsfelder.

Seit 2020 intensiviert Basson seine Arbeit mit digitaler Fotomontage. Dabei entsteht ein kontinuierlich wachsendes Archiv visueller Kompositionen, das verschiedene Werkgruppen und Motivwelten umfasst.

©Bojan Basson Visual Acoustics Lab